Bankmanager beschweren sich über zu strenge Regeln für Banken

Die Banken scheinen die Krise überwunden zu haben, anders ist es nicht zu erklären, dass man nun schon wieder genug Selbstvertrauen habe, um gegen den Gesetzgeber zu wettern. In Davos, wo sich derzeit die Elite der Manager, Bänker und Politiker trifft, beschwerte man sich über die zahlreichen neuen Regelungen für Boni, Liquidität und Eigenkapital.

So sagt beispielsweise Peter Sands, der Chef der britischen Großbank Standard Chartered, dass der größte Teil der neuen Regelungen für Banken aus den letzten zweieinhalb Jahren sinnlos oder teilweise sogar schädlich sei. „Das ist ungefähr so, als wenn die Flugsicherung immer bessere Sicherheitsgurte für Flugzeuge vorschreiben würde.“, so die Zusammenfassung des Bänkers.

Sands selbst steht seit 2006 an der Spitze der britischen Bank. Die große Krise hat er und seine Bank souverän überstanden. Er selbst bezeichnet seine Bank metaphorisch als eines von den Flugzeugen, „die tatsächlich noch fliegen können, wenn das System der Flugsicherheit ausfällt.“ So war beispielsweise der Untergang von Lehman Brothers „ein Komplettausfall aller Systeme.“

Mit diesen Ansichten ist Sands nicht der einzige Teilnehmer auf dem Podium. Viele befürchten, dass die strengen Auflagen noch teuer werden könnten. „Härtere Regulierung beeinflusst Wachstum sehr negativ. Die Kosten für Güter und Dienstleistungen werden steigen“, so formuliert es der Chef der Großbank Goldman Sachs, Gary Cohn.

Schließlich warnten die Banker auch vor der hohen Inflationsgefahr. Die derzeit niedrigen Leitzins-Sätze unterstützen zwar das Wirtschaftswachstum, erhöhen aber auch das Risiko einer Inflation. Die Aufgabe der Notenbanken sei es nun, den Zeitpunkt nicht zu verpassen, an dem die Zinsen wieder erhöht werden müssen.